Ob Shabby Chic, Belle Blanc, Industrial Look oder Minimalismus – die Einrichtung der eigenen vier Wände ist nicht nur Dekoration, sondern meist ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und eines bestimmten Lebensgefühls. Aus diesem Grund ist es bei der Raumgestaltung besonders wichtig, dass die Details stimmen und kongruent mit dem eigenen Stil verschmelzen.

Gestaltungsmöglichkeiten bei Böden, Wänden und Möbeln sind fast unbegrenzt. Ist der Stil einmal definiert, wird einem Raum mit den passenden Bildhängungen der letzte Schliff verliehen – das Gesamtkunstwerk ist finalisiert. Wer allerdings nach einer allgemeinen Formel sucht, die besagt, welches Bild wie oder womit kombiniert werden kann, der wird schnell enttäuscht. Ob eine bestimmte Wand nach einer Landschaftsfotografie als wandfüllendes Grossformat oder nach vielen kleinen Bildern in unterschiedlichen Grössen verlangt, hängt von mehreren Faktoren ab. Am Ende kommt es immer auf das richtige Arrangement an.

Ländliche Gemütlichkeit
Wer heute seinem hektischen Alltag entfliehen und zu Hause die ersehnte Ruhe finden möchte, der entscheidet sich oft, sein Heim ländlich gemütlich zu gestalten. Ob Französisch, Nordisch oder Amerikanisch – die Einrichtung im Landhausstil soll vor allem natürlich, jedoch auch verspielt und romantisch wirken. Dafür werden vorzugsweise natürliche warme Materialien wie Holz, Ton, Leinen oder Leder verwendet. Auch Pflanzen aller Art unterstützen die heimelige Atmosphäre.

Dementsprechend soll auch die Bilderwahl die warme Atmosphäre untermalen. Hierbei stellt sich in der ersten Linie die Frage nach dem Motiv und der Zusammenstellung von Bildserien. Ob eigene Aufnahme oder Foto aus der Bilderwelt: Es geht darum, den Geschmack und die passende Veredelungsvariante auf den Zentimeter genau zu finden. Jan-Ole Schmidt, Produktmanager beim Foto-Anbieter WhiteWall und begeisterter Fotograf, kennt die gängigen Schwierigkeiten bei der Auswahl des «richtigen» Fotos: «Farbige Wände sollten eher mit reduziert bunten Fotos dekoriert werden, damit der Raum nicht überladen wirkt. Dabei sollte man stets Liebe zum Detail zeigen und dargestellte Muster oder Materialien in anderen Einrichtungselementen wieder auftauchen lassen.» Gerade der Landhausstil bietet die Möglichkeit, die natürlichen Materialien und Texturen der gesamten Einrichtung in den Fotografien aufzugreifen. Hierfür eignen sich vor allem Landschaftsmotive, Stillleben oder Porträts.

Jedoch tragen auch die Trägermaterialien entscheidend zur Gesamtwirkung des Kunstwerks bei. Für eine warme Atmosphäre und schlichte Eleganz sorgen Drucke auf reflexionsfreiem Leinwandstoff. Durch die haptische Oberfläche erhält das Bild eine malerische Optik. Je nach Stärke des Trägerrahmens, auf den die Leinwand aufgespannt wird, hebt sich das Bild objekthaft von der Wand ab, was den Tiefeneffekt zusätzlich unterstützt. Ebenfalls eine warme Ausstrahlung und natürliche Ästhetik erzeugt ein Fotoabzug auf Holz. Naturverwandte Motive kommen am besten auf einer naturbelassenen Multiplexplatte zur Geltung. Die anthrazitfarbene MDF-Platte erweckt hingegen den Eindruck einer dezenten zusätzlichen Rahmung und unterstreicht so vor allem Schwarz-Weiss-Aufnahmen. Durch die 18  mm tiefe Holzplatte entsteht ein kompaktes objekthaftes Bild  – ein besonders aussergewöhnlicher und moderner «Eyecatcher».

Und genau dies sollte das Ziel jeder Hängung sein. Vor allem kleine Räume werden oft mit vielen kleinen Bildern ausgestaltet, was den Raum insgesamt noch kleiner erscheinen lässt. Ganz im Gegenteil sollten jedoch vielmehr wenige, dafür aber grosse Bilder gewählt werden. Ein Solist, eine Einzelhängung, stellt sich in kleinen, gemütlichen Räumen und Nischen kunstvoll dar. Auf diese Weise kann im trauten Heim ein Ehrenplatz für ein persönliches Bild geschaffen werden. Eine lockerere Atmosphäre wird zudem mit gestellten Bildern erzeugt. Hierfür wird ebenfalls ein grosses Bild mit einem aussagekräftigen Motiv benötigt. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass das Werk übersehen wird.

Moderne Kälte
Im Gegensatz zum warmen ländlichen Einrichtungsstil komplettiert, je nach Bau und Raumaufteilung, ein minimalistisch funktioneller Einrichtungsstil das Wohnungsbild optimal  – ganz nach dem Motto «less is more». Hierfür stehen vor allem hochwertige Materialien und optimale Beleuchtungskonzepte im Zentrum. Oft werden grosse Einrichtungsgegenstände in grauen Farbtönen gewählt, um die Kühle der Einrichtung zu unterstützen. Allerdings sollte auch bei einem minimalistisch funktionellen Stil darauf geachtet werden, dass kreative Kontraste einfliessen, damit das Zuhause nicht zu nüchtern erscheint. Diese persönlichen Eckpunkte können einfach durch gezielte Bildhängungen erreicht werden. Während viele Anhänger des puristischen Stils vor warmen, lebendigen Motiven zurückschrecken, hat Jan-Ole Schmidt Tipps und Tricks, wie die eigenen vier Wände durch Fotografien persönlicher gestaltet werden können, ohne das kühle Ambiente zu kompromittieren: «Fotos auf Aluminium drücken etwas Hochwertiges und Zeitgenössisches aus und sind besonders für geradlinige, strukturierte Motive mit starken Kontrasten geeignet wie beispielsweise Architekturfotografien. Durch die Oberflächenbeschaffenheit können, besonders bei grossen Fenstern oder intensiven Lichtkonzepten, keine unschönen Spiegelungen entstehen.» Bekannt aus Galerien ist der echte Fotoabzug hinter Acrylglas ein wahrer Hingucker. Das Material ist langlebig, kristallklar und bringt die Farben durch den intensiven Glanz zum Leuchten. Diese Variante eignet sich vor allem für farbintensive Motive, Porträts, Unterwasseraufnahmen oder Nachtfotografien. Hier besteht jedoch die Gefahr von Spiegeleffekten, weshalb die richtige Platzierung sorgfältig geplant werden sollte. Falls der optimale Platz nicht zur Verfügung steht, ist auf WhiteWall.ch neben der glänzenden auch eine matte Variante erhältlich. Hinsichtlich der Grösse und Position sollten auch bei einer puristischen Einrichtung ein optisches Gleichgewicht mit den ausladenden Einrichtungsgegenständen geschaffen und Grössenproportionen eingehalten werden. Grundsätzlich gilt dabei, dass Bilder an den im minimalistischen Stil vorhandenen Linien ausgerichtet werden sollten. Hierbei bietet sich eine Rasterhängung, eine klare, streng geometrische Anordnung, an. Verspieltere Effekte werden durch eine Inside-Lines-Hängung erzielt, eine Anordnung von verschiedenen Bildern innerhalb einer imaginären geometrischen Form.

Schön ist, was gefällt
Ob kalt oder warm, gemütlich oder funktionell – um lange Freude an den gewählten Bildern zu haben, sollte man sich bei der Auswahl des richtigen Motivs, Trägermaterials sowie der Platzierung genügend Zeit lassen und alle Möglichkeiten und Arrangements durchspielen. Schlussendlich gilt: Schön ist, was gefällt. Solange darauf geachtet wird, dass das Mass stimmt und die Bilder zum Gesamtbild und Ambiente des Raumes passen, wird bei keinem Einrichtungsstil eine unerwünschte Wirkung erzielt.WhiteWall-Magazin
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