Der Erlebnisraum Küche braucht die richtigen Instrumente. Foto: Quooker

Die Küche ist heute kein reiner Funktionsraum mehr. Sie hat sich fast zum wichtigsten Raum im Haus entwickelt. Wir kochen, kommunizieren und arbeiten in der Küche. Sven Breitenmoser ist Geschäftsführer bei Quooker in der Schweiz und erklärt uns, wie und warum ein Quooker in die moderne Küche passt.

Küche war früher in erster Linie ein Funktionsraum. Er war eher abgeschottet. Die Durchreiche von der Küche in das Wohnzimmer war dafür das Symbol für die kleine Tür zwischen den unterschiedlichen Welten. Ihr Haus hat ja auch in der Zeit begonnen, als es galt, Instant-Suppen aufzubrühen. Würden Sie diese These bestätigen?
Ja, das kann ich bestätigen. Aber diese Zeiten sind vorbei. Heute ist die Küche ein Statussymbol und ein Raum der Kommunikation. Klar, es gibt weiter funktionale Herausforderungen. Wir wollen in unseren Küchen gut kochen, aber auch gut leben. Küche ist heute wo das Zuhause ist. Ich wage die Behauptung, dass die Küche sich zum wichtigsten Raum in einem Haus gewandelt hat.

Wir sitzen wieder wie vor Hunderten von Jahren um das grosse Feuer und erzählen uns beim Essen spannende Geschichten.
Genau, Küche ist der Erlebnisraum.

Wie spiegelt sich diese Entwicklung in den Produkten Ihres Hauses wider? Was heisst dies für die Entwicklung Ihrer Produkte?
Design und Technik müssen heute viel mehr miteinander kommunizieren. Es ging und geht darum ein funktionelles Produkt auf der Höhe der Zeit zu entwickeln. Es braucht heute immer noch ein funktionelles Produkt auf hohem technologischem Niveau. Das Produkt muss mich in meiner Küchenarbeit unterstützen. Dabei sollte es effizienter sein wie frühere Produkte oder andere Produkte von Mitbewerbern.

Das sind sportliche Herausforderungen?
Ja, beim Thema heisses Wasser, welches bei uns im Mittelpunkt steht, kann es nicht sein, nur auf den Durchschnitt zu setzen. Unser erstes Modell war rein funktionell ausgelegt, aber schon beim zweiten Modell kam auch die Frage nach dem passenden Design zum Zug. Es muss ja auch optisch in die Küche passen. Mittlerweile gehen beide Herausforderungen Hand in Hand: Super funktionell und hochwertiges Design sind heute fast schon selbstverständlich.

Sie kennen unterschiedliche Küchenwelten. Gibt es eigentlich nationale Unterschiede oder Vorlieben zwischen Küchen in den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz?
Ja, es gibt Unterschiede in den vorgefundenen Gegebenheiten. In den Niederlanden ist es so, dass man zunächst nur einen Kaltwasseranschluss hat. Es steht aus diesem Grund ein Boiler schnell auf der Agenda. Hier können wir mit unserem COMBI-Reservoir punkten. Hierbei wird warmes- sowie auch kochendes Wasser aus dem Reservoir geliefert. In Deutschland und der Schweiz hat man meist einen Kalt- und Warmwasseranschluss, hier müssen wir dann logischerweise anders agieren. Von der Technik gleichen sich die Gegebenheiten aber immer weiter an. Es gibt aber immer mehr individuell unterschiedliche Designvorstellungen. Darauf müssen wir reagieren.

Ihr Kernthema ist heisses Wasser in der Küche. Klassische Lösungen setzen auf Wasserkocher, Boiler oder den klassischen Topf auf dem Herd. Wo liegen hier aus Ihrer Sicht die Defizite und umgekehrt die Vorteile der Quooker-Lösungen?
Bei einem Quooker hat man das Wasser sofort kochend zur Verfügung. Die Menge des Wassers richtet sich am Bedarf aus. Man muss daher erstens nicht warten und zweitens verbraucht man weniger Wasser und Energie. Ein dritter Punkt betrifft die Sicherheit. An einem Wasserkocher oder einem Kessel kann man sich schnell verbrühen. Jeder hat solche schmerzhaften Situationen schon erlebt. Bei einem Quooker-Strahl, der zudem mit Luft angereichert ist, können Sie sich nicht die Haut verbrennen. Dank der sicheren Doppel-Drück-Dreh-Bedienung für das Kochend-Wasser haben wir bis heute keinen Verbrennungsfall mit dem Quooker – und das bei um die 500.000 installierten Geräten in Europa.

Springen wir in die Praxis. Wie gelingen bei Ihnen die Spaghetti?
Es geht schneller und besser. Sie können mit dem Quooker optimal Bblanchieren und pochieren. So gelingen auch Couscous und Fisch optimal. Sie brauchen dazu nur einen Quooker.

Das kann man nur in der Praxis erleben?
Ja, den Wert erkennt man nur in der Praxis, und hier haben wir in der Schweiz noch Luft nach oben. Das wollen wir verändern.

Gibt es noch weitere Einsatzmöglichkeiten?
Ja, auch das Thema Reinigung in der Küche wird mit einem Quooker einfacher. Nehmen Sie zum Beispiel ein Schneidebrettauf dem ein Poulet geschnitten wurde. Mit unserer Lösung geht die Reinigung sehr viel einfacher und schneller. Auch junge Familien profitieren. Zum Beispiel bei der sterilen Zubereitung eines Schoppens.

Gibt es eigentlich schon ein Kochbuch, in dem der Quooker bei der Rezepte-Zubereitung zum Einsatz kommt?
Nein, aber das könnte eine Idee sein.

Das ist ein naheliegender Vorschlag von mir als einem Medienmenschen. Heute sind die Themen Energie und Effizienz ein wichtiger Knackpunkt. Heisses Wasser braucht Energie. Welche Lösung steht hier bei Ihnen im Vordergrund?
Permanent heisses Wasser braucht im Normalfall sehr viel Energie. Das ist bei unserem patentierten System nicht der Fall. Wir arbeiten mit einer Hochvakuum-Installation. Unser Modell funktioniert ähnlich wie eine Thermosflasche. Das Wasser wird im Reservoir auf eine Temperatur von 110 Grad gebracht, welche wir dank dieser Isolierung sehr lange halten können. Da braucht es sehr wenig zusätzlichen Strom, um die Temperatur zu halten.

Können Sie uns da einen Richtwert verraten, damit man die Dimensionen fassen kann?
Ja, wir sprechen hier von fünf Rappen am Tag, wenn man das Quooker-System im Standby-Betrieb hat. Dann kommt es natürlich auf die Gebrauchszeit an, die kann individuell sehr unterschiedlich sein. Auf jeden Fall ist es sehr viel effizienter wie alle vergleichbaren Lösungen.

Lang stehendes Wasser birgt aber auch einige Gefahren?
Bei 110 Grad gibt es keine solchen Gefahren. Das Wasser ist rein. Zusätzlich haben wir aber auch noch ein Aktivkohlefilter in dem Reservoir eingebaut. So kann auch beim Thema Geschmack nichts schiefgehen. Das Wasser ist rein und ohne Keime. Wenn der Quooker eingeschaltet ist, bleibt dies auch so.

Auf den heutigen Arbeitsflächen und Spülen in der Küche kommen viele Arbeitswerkzeuge zusammen. Ich erwähne nur die Mischbatterie. Wie integrieren sich hier Ihre Produkte?
Es gibt zwei Varianten. Es gibt die nur Kochend-Variante, die im Rahmen und in der Optik der Mischarmatur und zum Design der Küche passend gestaltet wird; verchromt glänzend, gebürstet oder Volledelstahl sind die gängigen Varianten. Dann gibt es die kombinierte Variante, wo man kalt, warm und kochend im Rahmen einer Variante, einer Armatur zur Verfügung hat. Diese Produktlinie setzen wir in erster Linie – zu 75 Prozent – in der Schweiz ein. Neu und sehr wichtig für den Schweizer Markt ist unser Flex-Modell mit Zugauslauf.

Bei Ihnen kommt eine schwarze Linie neu auf den Markt. Welche Idee steckt dahinter?
Diese Linie bringen wir im Sommer auf den Markt. Wir reagieren da auf einen Trend. Die Linie wirkt sehr edel.

Ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilung geniesst einen hohen Stellenwert. Können Sie uns mögliche Szenarien der nächsten Jahre aus Ihrem Hause verraten?
Sie haben recht Forschung und Entwicklung steht bei uns ganz oben auf der Agenda.
Das Produkt (FLEX) bei dem kaltes/warmes und kochendes Wasser inklusive Zugauslauf realisiert wurde, ist weltweit einzigartig. Zudem haben wir mit der Entwicklung eines Expansionsgefässes im Reservoir Massstäbe gesetzt und bieten damit eine sehr einfache Installation. Sie beträgt um die 20 Minuten.

Um was geht es da?
Das ist ein Reservoir, das sich ausdehnen und komprimieren kann. Damit kommen wir in den Sicherheitsfragen, wenn man mit einem Behältnis mit kochendem Wasser zu tun hat, qualitativ einige Schritte weiter. Das gibt es so auch nicht auf dem Markt. Sie können sicher sein, wir bleiben am Ball. Die Sprachsteuerung der Armatur wird da sicher auch eine Rolle spielen.

Der Schweizer Küchenmarkt ist ambitioniert aufgestellt. Welche Ziele haben Sie sich in den nächsten Jahren gesetzt?
Im Moment ist unser Thema noch erstaunlich unbekannt. Es gibt Regionen wie Luzern oder Aargau, wo wir stärker aufgestellt sind, da es hier Händler gibt, die uns offensiver anbieten. So wollen wir auch in anderen Kantonen der Schweiz weiterkommen. Auch andere Anbieter haben jetzt beim Thema kochendes Wasser Handlungsbedarf entdeckt, und auch dieses Anliegen stärkt unsere Position, da das Thema bekannter wird und wir das Original sind.