Reiche Ernte nach erfolgreicher Gartenarbeit.

Der Garten ist durch die Coronakrise wieder auf dem Vormarsch und vieles hat sich im Sommer 2020 draussen abgespielt. Ob der Treffpunkt für die Familie, der Ersatz für den Sommerurlaub oder auch das Alternativprogramm zum Club-, Bar- oder Casinobesuch. Durch die Einschränkung des öffentlichen Lebens waren in der Schweiz Online Poker, Netflix, Handyspiele und das generelle Surfen im Netz eine willkommene Ablenkung, aber auch der grösste Internetfan hat irgendwann genug und möchte ins Freie.

Gartenbesitzer wurden sich zu diesem Zeitpunkt vielleicht zum ersten Mal wirklich bewusst, welchen Luxus sie mit ihrem Stückchen Natur wirklich haben. Im eigenen Garten liess sich ohne Ansteckungsgefahr ein Buch lesen, grillen und ein Glas Wein zum Feierabend trinken – eben all die entspannten Aktivitäten, die während der Kontaktbeschränkungen möglich waren. Dabei kann ein Garten nicht nur ein schöner Ort zur Entspannung oder die heimische Ruheoase sein, sondern auch einen praktischen Nutzen erfüllen.

Er liefert den Boden, um Gemüse oder Kräuter anzubauen oder sogar Obstbäume in die Erde zu pflanzen. Ein kleiner Kräutergarten und eine Ecke mit Gemüse können auch dafür sorgen, dass sich das Einkaufsvolumen im Supermarkt deutlich reduziert und das Thema Selbstversorgung plötzlich gross wird. Ob Tomaten, Zucchini, Salat, Kohl oder Lauch – mit ein wenig Vorwissen und ein paar Utensilien lässt sich aus dem heimischen Garten ein wahres Schlaraffenland zaubern. 

1. Die richtige Erde
Ideal für den Anbau von Gemüse sind entweder Komposterde, die viele Nährstoffe und keinen Torf enthält, oder Kokoserde, die besonders viel Feuchtigkeit speichert. Auch Spezialerde ist gut geeignet, da sie der Pflanze durch ihre grobkörnige Beschaffenheit viel Halt gibt. Wenn die Gemüsepflanzen aus Keimlingen selber gezüchtet werden, sollte dies in spezieller Anzuchterde geschehen. Diese ist nährstoffärmer als andere Erde, was im Wachstumsstadium gut für die Pflanzen ist. Wenn man keine spezielle Erde nutzen will, sondern mit Muttererde arbeitet, sollte man diese mit Dünger anreichern. Kompost oder Rindenmulch sind dafür geeignet.

2. Spaten, Gabel und Schaufel
Eine kleine Schaufel ist das A und O im Garten. Mit ihr kann Erde ausgehoben werden, um Setzlinge oder Samen einzusäen. Mit ihr können auch beim Ernten Gemüsepflanzen aus der Erde geholt werden. Ein Spaten ist ebenfalls ein Muss für den heimischen Garten, um Erde umzugraben und den Garten für die Bepflanzung vorzubereiten. Eine Gabel wird dann benötigt, wenn Kartoffeln angebaut werden. Diese werden mit einem Spaten beim Herausholen eher verletzt, weshalb sich eine Kartoffelgabel dafür besser eignet.

3. Harke
Einmal harken ersetzt drei Mal giessen – so sagt man und wer es einmal ausprobiert hat, wird merken, dass es stimmt. In gut gelockerter Erde kann Wasser viel besser eindringen und hält sich anschliessend auch länger im Boden. Einmal pro Woche die Erde rund um das Gemüse aufzulockern ist daher empfehlenswert. Wer dies vor einem gemeldeten Regenguss macht, spart sich dann auch tatsächlich das Giessen.

4. Saatgut
Kein Gemüsegarten ohne Saatgut! Die kleinen Körner und Samen lassen sich Online bestellen oder in Gartencentern und Fachgeschäften kaufen. Ob Tomaten, Gurken, Paprika, Spitzkohl oder Wassermelone – es gibt nichts, was es nicht gibt. Gerade Online gibt es zum Teil auch ältere Sorten, die nicht mehr für den herkömmlichen Gemüsehandel gezüchtet werden, aber sehr gut schmecken. Am meisten Sinn macht es sich zu überlegen, was im Haushalt gerne gegessen wird und auf dieser Basis dann das Saatgut auszuwählen.

5. Giesskanne
Eine Giesskanne sollte mindestens zehn Liter fassen, um sie nicht alle paar Minuten wieder auffüllen zu müssen. Schliesslich gehen beim Giessen einer Pflanze gut und gerne zwei bis drei Liter drauf, je nach Zeitpunkt in der Saison. Wenn gerade neues Saatgut eingepflanzt wurde, sollte vorsichtig gegossen werden, um nicht direkt wieder alles auszuschwemmen. Hierfür eignet sich eine Tülle gut. Ist die Pflanze einmal kräftig gewachsen, sollte ohne Tülle und ganz nah am Stamm beziehungsweise der Wurzel gegossen werden. Blätter sollten nie gegossen werden, da einfallendes Sonnenlicht auf die Wassertropfen wie eine Lupe wirken und die Blätter verbrennen können.

6. Kulturschutznetz
Ein Kulturschutznetz empfiehlt sich für empfindliche Gemüsesorten, um Krabbeltiere, Schädlinge, Vögel oder auch Kaninchen und Mäuse abzuhalten. Je nachdem wie der Garten gelegen ist, kann es dort Besuch von unterschiedlichen Tieren geben. Mit einem Kulturschutznetz können diese aber nicht an den Gemüsepflanzen knabbern. Je feiner die Maschen des Netzes sind, desto weniger Gelegenheit bleibt für kleine Käfer, durch das Netz zu krabbeln. Allerdings kann bei sehr engen Maschen auch wertvolles Licht verloren gehen – hier gilt es abzuwägen.

7. Rankhilfe
Eine Rankhilfe wird für verschiedene Gemüsearten im Laufe der Saison gebraucht. Tomaten wachsen irgendwann so kräftig, dass sie gestützt werden müssen. Gleiches gilt auch für verschiedene Bohnenarten sowie Zucchini und Gurkenpflanzen. Rankhilfen können entweder selber aus Stöcken gebaut oder im Baumarkt gekauft werden.