Blick in die Bibliothek des Aiglon College.

Die Vergabe von örtlich und zeitlich begrenzten Zutrittsrechten auf den gesamten Campus des Aiglon College am Genfersee war das oberste Ziel bei der Einführung einer einheitlichen Zutrittskontrolle. Die Lösung des Unternehmens Salto erreicht nicht nur diesen Punkt, sondern integriert darüber hinaus Drittsysteme und optimiert damit parallel interne Prozesse.

Das Aiglon College besteht aus 23 Gebäuden, die auf einem Campus oberhalb des Genfersees verteilt sind. Viele der Häuser werden für mehrere Zwecke genutzt und zum Teil befinden sich in vielen Internatshäusern – zusätzlich zu den privaten Räumen der Schüler – ebenfalls Klassenzimmer. Die unterschiedlichen Bereiche dürfen die Angestellten nur entsprechend ihrer Funktion betreten – häufig auch abhängig vom Zeitpunkt. Lehrer haben
zum Beispiel zu den Unterrichtszeiten zwar Zutritt zu den Klassenräumen, aber dürfen grundsätzlich nicht die privaten Zimmer betreten – umgekehrt gilt das für das Personal des Internats. «Um genau diese differenzierten Zutrittsrechte ohne Kompromisse vergeben zu können, haben wir uns für die Anschaffung einer einheitlichen Zutrittslösung für den gesamten Campus entschieden», erklärt John Gerhardt, Senior Computer Services  Technician im Aiglon College und für die Zutrittskontrolle verantwortlich. Mit der Ablösung des mechanischen Schliesssystems verfolgte John Gerhardt vor allem zwei Ziele: «Sicherheit an den Aussentüren und Flexibilität an den Innentüren. Beides erreichen wir mit Elektronik wesentlich einfacher als mit Mechanik. » Zugleich sollte mit dem mechanischen Schliesssystem dessen aufwändige Verwaltung gehen, insbesondere die immensen Schränke für die Aufbewahrung der vielen Schlüssel und das unübersichtliche
Schlüsselmanagement.

Differenzierte Funktion ohne Mehrkosten
Zu den Anforderungen an das neue Zutrittssystem zählte neben dem flexiblen Zutrittsmanagement die Integration mit Drittsystemen. «Wir wollten die Stammdaten aus unseren IT-Systemen übernehmen und eine Prozessintegration mit unserer ERP Software (Enterprise Resource Planning). Wenn ein Schüler zum Beispiel sein Haus wechselt und das im ERP-System hinterlegt wird, sollten automatisch die neuen Zutrittsrechte zugewiesen werden. Das betrifft Lehrer und andere Angestellte natürlich ebenso», beschreibt John
Gerhardt die wesentlichen Vorgaben. Aus der Ausschreibung der Zutrittskontrolle gingen zwei Favoriten hervor, mit denen das College vertiefende Gespräche geführt hat. «Mitten in diesem Prozess sind wir auf das Unternehmen Salto aufmerksam geworden. Der Lösungsansatz und die Referenzen haben uns dazu bewogen, auch diesen Hersteller zu kontaktieren», erinnert sich der IT-Manager. «Wir haben die Systeme miteinander verglichen und schnell festgestellt, dass Salto sich nur mit elektronischen Systemen befasst und einen starken IT-Hintergrund besitzt, was sich unter anderem in den Software-Funktionen niederschlägt», geht John Gerhardt in die Details. Nach der Besichtigung von Schulreferenzen im benachbarten Villars zusammen mit dem Salto-Premium-Plus-Partner Quincaillerie du Léman SA fiel die Entscheidung zugunsten der Salto-Space- Systemplattform. «Mehr Funktionen bei etwa gleichen Kosten», begründet John Gerhardt die Wahl und ergänzt: «Die kombinierten mechanischen und elektronischen Schliesssysteme der anderen Anbieter haben viel versprochen, konnten diese Versprechen in der Praxis allerdings nicht halten. Und wir mochten keinen Zwischenschritt mit halb
elektronischen Anlagen gehen.

Die Sicherheitsarchitektur des Systems
Die Installation begann mit einer dreimonatigen Planungsphase und entsprechend wurde die Ausführungsplanung, bei der das Türmanagement, die Software-Integrationen und die Einrichtung der Zutrittsund Türgruppen im Mittelpunkt standen, entworfen. Wobei die natürlichen Bedingungen ihren eigenen Beitrag als Hürden leisteten, erinnert sich Didier Kauer, verantwortlich für den Vertrieb von SALTO bei Quincaillerie du Léman: «Das hohe Gefälle auf dem Gelände und die extremen Temperaturschwankungen zwischen Sommer
und Winter resultieren zuweilen in schiefen Türen, besonders bei den älteren Modellen. Dadurch hat der Sicherheitsdienst während seiner Rundgänge am Anfang ab und zu offene Türen entdeckt, weil die verzogen waren.» Heute wird das über Türkontakte gelöst und die Verantwortlichen sind sofort im Bilde.

Das Aiglon College setzt eine Systemarchitektur aus virtueller Vernetzung (SVN), Funkvernetzung (BLUEnet) und Mobile Access (JustIN Mobile) ein. Im SVN mit patentierter
Schreib-Lese-Funktionalität und verschlüsselter Datenübertragung werden die Zutrittsrechte auf dem Badge gespeichert, wodurch die elektronischen Beschläge und Zylinder kabel- und netzunabhängig funktionieren. Gleichzeitig schreiben die Beschläge und Zylinder Informationen über gesperrte Badges oder beispielsweise Batteriestände auf die Badges und geben sie somit weiter. Die auf Bluetooth basierende Funkvernetzung eignet sich vor allem für Einsatzbereiche, in denen eine Echtzeitüberwachung von Türen erforderlich oder gewünscht ist. Die Funkvernetzung BLUEnet verbindet die batteriebetriebenen elektronischen Beschläge und Zylinder mit Gateways, die dann per
Ethernet oder WLAN mit dem Server kommunizieren. Bei einer Unterbrechung oder
Störung der Funkverbindung arbeitet das Zutrittssystem weiterhin, da die virtuelle Vernetzung der Beschläge und Zylinder über das SVN als Basistechnologie immer aktiv bleibt. An einigen Türen ergänzt die mobile Zutrittstechnologie JustIN Mobile die Funkvernetzung und das virtuelle Netzwerk und damit wird das Öffnen von Türen Blick in die Bibliothek des Aiglon College. mit dem Smartphone ermöglicht.

Zutrittsrechte für Schüler und Angestellte
Derzeit sind auf dem gesamten Campus 450 Zutrittspunkte in die Lösung eingebunden. «An rund 20 Eingängen befinden sich Online-Wandleser samt Türsteuerungen. Etwa 380 Türen, vor allem Innentüren, sind mit elektronischen Beschlägen ausgestattet, davon circa 70 mit XS4-One-Beschlägen und rund 310 mit XS4-Original-Beschlägen. Die meisten XS4-One-Beschläge sind über BLUEnet funkvernetzt und für SVN-Flex aktiviert. Damit werden sie zugleich als kabellose Aktualisierungspunkte im SVN genutzt, was der Schule zusätzliche Flexibilität und Sicherheit bietet», führt Didier Kauer. Darüber hinaus sind noch etwa zehn elektronische GEO-Zylinder an Glasschiebetüren und auf den Parkplätzen sowie
zehn elektronische Spindschlösser XS4 Locker an Schlüsselschränken im Einsatz. Für das Management der Zutrittsrechte von Schülern, Angestellten und Externen verwendet das College die Software ProAccess SPACE. «Um die komplexen Strukturen abzubilden, haben wir sechs Türpartitionen und sieben Nutzerpartitionen eingerichtet. Damit können wir neben internen Zuständigkeiten der Mitarbeiter auch die unterschiedlichen Nutzungsszenarien während der Schulzeit und während der Ferien abbilden. Während unserer ‹Summer School› befinden sich zum Beispiel wesentlich mehr externe Personen auf unserem Campus als sonst. Für die Internatsgebäude gelten dann ebenfalls andere Berechtigungen als während der Schulzeit, weil ja keine Schüler da sind», erläutert John Gerhardt.

Integrationen mit Sicherheitslösungen
Die Software findet John Gerhardt: «Fantastisch! Und man sieht mit jedem neuen Release Fortschritte. Da werden nicht nur Fehler behoben, sondern immer neue Funktionen hinzugefügt. Obendrein läuft sie sehr stabil und bietet eine sehr gute Integrationsplattform, die wir ausgiebig nutzen.» Die Software ist mit etlichen Drittsystemen verknüpft: mit dem ERP-System für die Stammdaten, dem Active Directory für die Berechtigungsstruktur oder dem Ticketsystem für Besucher. Er setzt überdies das Add-on «Alarm Events» ein, womit ausgewählte Personen Meldungen zu bestimmten Ereignissen erhalten, beispielsweise für
niedrige Batteriestandmeldungen, was den Wartungsaufwand reduziert. Zu den besten
Funktionen von ProAccess SPACE zählt John Gerhardt passenderweise die Integrationsmöglichkeiten. «Ausserdem machen wir von den Zeitzonen reichlich Gebrauch.
Denn während der Unterrichtszeiten dürfen Schüler praktisch keine anderen Räume als
ihre Klassenzimmer betreten und haben während dieser Zeitfenster keine Zutrittsrechte für Räume, die sie sonst betreten dürfen.» Insgesamt zieht John Gerhardt ein positives Fazit zur Einführung der elektronischen Zutrittslösung: «Wir haben unsere Flexibilität sowohl IT-seitig als auch bei der Nutzung unserer Räumlichkeiten zurückgewonnen. Und es handelt sich um eine zuverlässige Sicherheitslösung, mit der wir physisch – durch differenzierte Zutrittsrechte – und digital – über die Sicherheitsarchitektur des Systems selbst – unseren
Schülern, deren Eltern und unseren Mitarbeitern ein hohes Mass an Schutz bieten können. Alles Dinge, die wir als massgeblich bei den Anforderungen angesehen haben und von denen wir jetzt profitieren.»

www.saltosystems.ch