Die Sonnenblumen sind die Stars des Sommers. Neue, besonders blühfreudige Sorten versprechen monatelangen Augenschmaus, ohne viel Arbeit zu bereiten. Kompakt, verzweigt, vielblütig und dauerblühend, das sind die neuen Sonnenblumen.

Ein endlos hoher Stängel, obendrauf eine riesige Blüte. So stellt man sich gemeinhin eine Sonnenblume vor. Doch das war einmal. Die neue Generation Sonnenblumen, botanisch Helianthus genannt, übt sich punkto Höhe in vornehmer Zurückhaltung. Sie wächst stattdessen kompakt und verzweigt. Bei der Blütenfülle lässt sie sich aber nicht bitten: Bis zum ersten Frost öffnen sich unermüdlich neue Blumen, die selbst an trüben Tagen für sonnige Stimmung sorgen.

Zu den neuen Züchtungen zählen «Sunbelievable Brown Eyed Girl» mit apart braunrötlicher Mitte oder «Sunblast» mit klassisch dunklem Zentrum. Ab Mitte Mai sind die gelben Schönheiten in den Gärtnereien als vorgezogene Pflanzen erhältlich. Mühsames Aussäen und Warten, bis die Sonnenblumen endlich gross genug und dem Angriff durch Schnecken gefeit sind, entfällt. Nach dem Kauf in der Gärtnerei oder im Gartencenter müssen die Sonnenblumen zu Hause nur noch ins Beet oder in einen grösseren Topf oder Kübel gesetzt werden. Bald schon geht das Blütenspektakel los. «Es ist wichtig, einen genügend grossen Topf zu wählen, damit die Sonnenblumen im Laufe der Saison ihr volles Blüh-Potenzial entwickeln können», rät Othmar Ziswiler von JardinSuisse, dem Unternehmerverband der Gärtner.

Für Topf oder Beet

Die kompakten Sonnenblumen-Sorten sehen in hohen, schlanken Gefässen bei einem sonnigen Eingang ebenso stimmig aus wie im niedrigen, quadratisch geformten Kübel auf der Terrasse. Als Partner zu ihren Füssen eignen sich hängend wachsende Arten aus dem Sommerflor-Sortiment wie beispielsweise die als Strukturpflanze beliebte Ipomoea (Süsskartoffel) besonders gut. Auch im Gartenbeet sind die neuen Sonnenblumen mit ihrer Blütenfülle die Stars des kommenden Sommers. Sie glänzen in Einzelstellung ebenso wie in Kombination mit Gräsern oder anderen Sommerblumen. Dass die neuen Sorten nicht in die Höhe schiessen, sondern buschig und mehrfach verzweigt sind, macht sie für die Kombination mit anderen Pflanzen ganz besonders attraktiv. Die maximale Wuchshöhe und -breite beträgt je nach Standort rund 60 bis 80 Zentimeter. Am liebsten ist ihnen ein sonniger bis halbschattiger Ort. Die Pflege der Sonnenblumen ist denkbar einfach. Sie danken regelmässiges Giessen und Düngen mit laufend neuen Blüten. Wer Abgeblühtes entfernt, schafft Platz für immer neue Blumen. Die neuen Sorten sind in der Regel pollenfrei gezüchtet, bilden also keinen Blütenstaub aus. Dies soll sich verlängernd auf die Blütezeit auswirken und ist überdies für Allergiker eine gute Nachricht. Trotzdem werden sie von Bienen und anderen Insekten geschätzt, die sich am Nektar bedienen.

Ab in die Vase!

Sonnenblumen lassen sich gut als Schnittblumen in die Vase holen. Damit sie möglichst lange halten, schneidet man sie am besten früh morgens. Den Stängel mit einem scharfen Messer leicht schräg anschneiden und dabei Quetschungen vermeiden. Vor dem Einstellen taucht man die Stielenden für einige Sekunden in 70 Grad heisses Wasser oder sengt sie mit einem Feuerzeug kurz an. Die Hitze sorgt dafür, dass sich die Schnittstelle schliesst und keine Fäulnis entstehen kann. Dies macht die Blumen bis zu einer Woche lang haltbar.

 Immer schön der Sonne nach

Sonnenblumen sind ihrem Namen getreu echte Sonnenanbeterinnen. Der botanische Name Helianthus leitet sich aus dem griechischen Wort «helios» für Sonne ab. Wer Sonnenblumen etwas genauer beobachtet, stellt Erstaunliches fest: Die Blütenköpfe junger Pflanzen drehen sich tagsüber von Ost nach West und nachts wieder zurück. So können sie ein Maximum an Licht ergattern und sich optimal entwickeln. Sind die Pflanzen einmal ausgewachsen und haben nicht mehr die Kraft, sich zu drehen, richten sie ihre Blütenstände fix nach Osten aus.

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